Bloody Rain in der Presse

Datum
18.10.2003
Name
Neuss-Grevenbroicher Zeitung
Text

"Bloody Rain" aus Dormagen mit neuer Demo-CD
Frische Songs mit kritischen Tönen


Lokalbands haben sehr häufig nur eine recht geringe "Halbwertszeit". Meist trennen sie sich nach wenigen Jahren wieder, um sich nicht selten in geänderter Besetzung neu zu gründen. So gesehen sind "Bloody Rain" aus Dormagen schon richtig "alte Hasen". Die Bandgeschichte befindet sich nun im sprichwörtlich verflixten siebten Jahr. Nicht nur aus diesem Anlass veröffentlichten Jen Krücken (Gesang), Holger Trucks (Gitarre), Roland Diesel (Gitarre), Alexander Moll (Bass) und Thorsten Gimborn (Schlagzeug) nun eine neue Demo-CD.
   "Unsere letzte Veröffentlichung ist ja nun auch schon ein paar Jahre her und wir hatten einfach das Bedürfnis, neues Material zu präsentieren", meint Alexander Moll. Die Arbeit an den sechs Songs auf "Generation Suicide" gestaltete sich dabei nicht gerade einfach. "Im Gegensatz zu unserer letzten CD konnten wir es uns nicht leisten, ins Tonstudio zu gehen, also haben wir alles in unserem Proberaum selber eingespielt." Gerade das Abmischen der Songs zog sich mehrere Monate hin, um so stolzer ist die Band auf das Ergebnis: sechs Songs, die sich üblichen Kategorisierungen entziehen, wenn auch Einflüsse von klassischem Hardrock bis hin zu Metal deutlich hörbar sind. Stimmungsmäßig ist die Demo-CD dabei deutlich düsterer geraten, als die Vorgängerscheibe "Half Decade". Dabei möchte Alexander Moll den Titel "Generation Suicide" nicht missverstanden wissen. "Wir wollen einfach unsere Meinung zum Ausdruck bringen, dass einiges in unserer Generation sehr schief läuft. So beschäftigt sich beispielsweise ein Song auf der CD mit dem wachsenden Egoismus in unserer Gesellschaft." Dieser kritische Grundtenor zielt sich durch alle Songs. "Ich will jetzt nicht das große Wort vom Konzeptalbum hervorzaubern, aber wir wollten schon eine CD aufnehmen, die inhaltlich einfach mehr Tiefgang bietet."
   Nachdem die neue Demo-CD nun im Kasten ist, steht die mühsame Suche nach Auftrittsterminen ins Haus. "Bloody Rain" (der Bandname hat übrigens nichts mit Blut, sondern mit dem Britischen Fluch über schlechtes Wetter zu tun) haben die Erfahrung gemacht, dass in den vergangenen Jahren die Verhältnisse hier deutlich schwieriger geworden sind. Entweder, Bands sind bereit, selber Geld zu bezahlen, um live auftreten zu dürfen, ansonsten werden die Optionen schnell dünn. "Wir halten dann auch nichts davon, dreimal hintereinander bei denselben Newcomer-Festivals aufzutreten, da sollen dann auch mal die wirklich jungen Musiker ran." Die Band will sich bei der Suche nach Auftrittsmöglichkeiten vor allem auf den Neusser Raum konzentrieren, denn dort ist der Bekanntheitsgrad noch nicht so hoch. Auch mit anderen Problemen müssen sich die Jungs momentan herumschlagen. Vor ein paar Tagen flatterte ihnen ein Kündigungsschreiben für den Proberaum ins Haus. "Wir haben jetzt erst einmal bei der Stadt eine Verlängerung des Vertrages beantragt und sind da eigentlich auch ganz zuversichtlich."
   Von derartigen Problemen lässt sich eine Band, die sich auf dem bewegten Markt der lokalen Musikszene so lange erfolgreich hat halten können auch nicht beeindrucken - denn letzten Endes zählt vor allem die Musik. Interessenten erfahren unter www.bloodyrain.de, wie sie die CD erhalten können.     Daniel Möltner

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NGZ18102003

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