Bloody Rain in der Presse

Datum
08.05.2001
Name
Neuss-Grevenbroicher Zeitung
Text

Spannende Vorentscheidungsrunde beim Bandwettbewerb "Die kleine Günther"
Last Exit Suicide: Spaßiger Punkrock ebnete ihnen den Weg ins Finale

Ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich jetzt zwei Bands bei der zweiten Vorausscheidungsrunde zum Bandwettbewerb "Die kleine Günther". Auch sonst bekamen die Zuhörer im "Kontakt Erfttal" an diesem Abend einiges geboten. Wie in jeder Runde standen drei Bands auf der Bühne der Freizeitstätte und versuchten, sich die Gunst des Publikums zu erspielen. Denn dieses entscheidet, welche Band ins Finale einzieht, bei dem immerhin ein komplettes Wochenende im hauseigenen Tonstudio inklusive der Pressung von 300 CDs als Hauptpreis winkt. Dementsprechend motiviert gingen die drei Bands der zweiten Vorrunde ans Werk.
   Hatte bei der ersten Vorentscheidung alles im Zeichen des HipHop gestanden, rückten dieses Mal wieder die lauten Gitarren in den Vordergrund. Dabei entpuppten sich die Bands Gang Bang, Bloody Rain und Last Exit Suicide als wahre Publikumsmagneten. Die große Halle im Kontakt Erfttal war stets gut gefüllt. Schon beim ersten Auftritt, dem von Gang Bang, wurde schnell klar, dass offenbar jede Band ihren eigenen Fanclub mitgebracht hatte, denn die Songs der Band wurden frenetisch gefeiert. Das Quartett bot Hardrock mit hohem Spaßfaktor und deutlichem Crossover-Einschlag. Dabei wusste die Band durchaus mit kraftvollen Riffs zu gefallen, am Gesang sollten Gang Bang allerdings noch etwas feilen, dieser lag nämlich nicht selten einen halben Ton daneben. Professioneller wirkte da der Auftritt von Bloody Rain. Mit melodisch-düsteren Metalsongs, die an einigen Stellen ein wenig an Bands wie Lake of Tears erinnerten, versuchten die fünf Musiker die Gunst des Publikums für sich zu gewinnen. Doch trotz gutem Gesang und einem kompakten Sound mit einem Händchen für schöne Melodien, war die Reaktion des Publikums nicht so begeistert wie bei der Vorgängerband. Dass die Beliebtheit einer Band nicht immer etwas mit musikalischem Können zu tun haben muss, stellten im Anschluss Last Exit Suicide unter Beweis. Rein vom spieltechnischen Können bot das Trio mit Sicherheit die schwächste Vorstellung. Doch die Qualitäten der Punkrock-Formation lagen auf einem anderen Sektor: dem des Entertainments. Mit schrägen Zwischenmoderationen, einer wirklich spaßigen Bühnenperformance und "anspruchsvollen" Songs wie "Saufen, Saufen" hatte die Band die Gunst des Publikums schnell auf ihrer Seite. Merke: Punkrock muss nicht immer schön sein, die Provokation - auch musikalisch - steht immer noch im Vordergrund. Schon nach dem Ende des umjubelten Auftrittes war klar, dass es ein heißes Kopf-an-Kopf Rennen zwischen Gang Bang und Last Exit Suicide geben würde. Und tatsächlich: Mit einem denkbar knappen Vorsprung von zwei Stimmen zog Last Exit Suicide vor Gang Bang ins Finale ein, für Bloody Rain blieb leider nur der dritte Platz.
   So verspricht bereits jetzt das Finale zu einem spannenden Ereignis zu werden: Eine HipHop Formation und eine Punkband kämpfen um die Gunst des Publikum - man darf gespannt sein, wer die dritte Band im Bunde wird. Die letzte Vorausscheidungsrunde geht am 1. Juni im Kontakt Erfttal über die Bühne.    Daniel Möltner

Zurück