Bloody Rain in der Presse

Datum
19.09.2000
Name
Neuss-Grevenbroicher Zeitung
Text

"Cobweb", Dormagens erste Girl-Group, hatte Premiere beim Newcomer Festival in der Kulturhalle
Ein "Heimspiel" für acht junge Rock-Bands

Dormagen. "Die Rockmusikszene in Dormagen ist tot" hatten die Pessimisten nach dem endgültigen Aus des Sommerfestivals "Rock am Ring" im letzten Jahr befürchtet - tot oder doch zumindest jenseits der 40. Das zweite Newcomer Festival seit dem Neustart im Frühjahr 1999, das am Wochenende in der Dormagener Kulle über die Bühne ging, bewies: Totgesagte leben länger! Insgesamt zehn Bands unterschiedlichster Musikrichtungen zeigten ihr Können teilweise zum ersten Mal vor größerem Publikum. Dennoch war es für fast alle Musiker ein Heimspiel im Wortsinne: Acht der Bands kommen aus Dormagen, zwei aus dem nahen Köln. Damit ist das Konzept der Stadt Dormagen als Veranstalter, heimische Rockmusikgruppen zu fördern und ihnen Auftrittsmöglichkeiten zu geben, aufgegangen. Derzeit gibt es über 30 Bands, die in 16 städtischen Proberäumen in verschiedenen Schulkellern mehr oder weniger regelmäßig spielen.
   Einige sind bereits regional bekannt, andere haben sich eben erst gegründet. Denkbar unterschiedlich war auch das Niveau der Musiker angesiedelt. Von Hobbybands, die erst einmal ein wenig "Szeneluft" schnuppern wollten bis zu fast professionellen Gruppen, die erstmals in neuer Besetzung spielten, und ihre Fangemeinde gleich mitgebracht hatten, war ein breites Spektrum des Könnens vertreten. Neugierige Zuhörer gab es beim Newcomer Festival 2000 dennoch genug: Die Besucherzahlen konnten sich an beiden Tagen sehen lassen. Insgesamt zählten die Veranstalter über 500 Musikbegeisterte, die am Freitag und Samstag den Weg in die Langemarkstraße fanden. Ob Hip-Hop, Funk, Grunge, Pop oder Rock'n Roll - hier war einfach für jeden Geschmack etwas dabei. Am Freitagabend gegen 20 Uhr startete das bunte Bühnen-Pogramm mit "Triptec", einer Kölner Band mit Dormagener Frontfrau und endete erst Samstag nacht mit dem rockigen Sound von "Room 4".
   Bereits am Freitag durfte das Publikum eine echte Premiere erleben: "Cobweb", die erste Dormagener Girl-Group hatte ihren Auftritt. Selbst die eingefleischten Altrocker mussten den fünf jungen Mädels (die Bandmitglieder waren zwischen 16 und 20 Jahre alt) nach dem a-capella-gesungenen Oldie "Lollipop" Respekt zollen. Ganz im gewohnt rockigen Stil und durch und durch "männlich" präsentierte sich anschließend die Gruppe "Blody Rain", die es in ihrer momentanen Besetzung erst seit Mai diesen Jahres gibt. Auch sie hatte bereits ihre Anhänger. Am Samstag ging es mit "Follover" und "DEW" weiter. Die einen verstehen sich auf "Grungecore", die anderen eher auf Rock'n Roll. Mit "No Mids" stand dann wieder eine Band auf der Bühne, die nicht mehr ganz so neu im Geschäft ist, gefolgt von "Hybriz". Am Schluß, nach zwei anstrengenden Nächten in der Kulle, waren sowohl Veranstalter, die Stadt Dormagen unterstützt von der Firma Coma media und dem "Klosterhof" als auch die Bands sich einig: Im nächsten Jahr soll es eine Wiederholung geben. Klaus Güdelhöfer, Leiter des Kinder- und Jugendbüros, sieht bisher keinen Hinderungsgrund. Trotz des großen Aufwands lautet auch sein Fazit: "Es hat sich gelohnt." Grundsätzlich gibt er grünes Licht: "Wenn keine vorsätzlich herbeigeführten Zwischenfälle passieren und Schlägereien, Sachbeschädigungen und Alkoholexzesse ausbleiben, gehe ich von einer Fortsetzung des Newcomer Festivals aus."   feh

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