Bloody Rain in der Presse

Datum
27.11.1999
Name
Neuss-Grevenbroicher Zeitung
Text

Band-Workshop Folge acht: Von der überzeugenden Selbstdarstellung bis zur richtigen und gekonnten Präsenz der Band im Internet
Hilfreiche Adressen sind bereits für kleines Geld zu haben

Genügend Pressepräsenz ist für eine Newcomer-Band sehr wichtig. Den Bekanntheitsgrad einer Band erhöhen - das ist immer noch das gesteckte Ziel. Besonders die Redaktionen vieler Magazine und Zeitschriften zögern jedoch, Material über unbekannte Acts zu veröffentlichen. Was liegt da nicht mehr auf der Hand, als selbst die Zügel zu ergreifen und Texte, Fotos und sogar Songs im größten Medium der Welt, dem Internet, zu publizieren? Inzwischen sollte sich jeder junge Mensch mit dem elektronischen Netz auskennen. Eine eigene Seite ins Internet zu stellen, auf der sich die Band samt Infomaterial präsentiert, ist jedoch schon aufwendiger und verlangt ein gewisses Grundwissen. Alexander Moll von der Dormagener Metal-Band "Bloody Rain" zeigt in dieser Folge des NGZ-Band-Workshops, wie sich so eine Website geschickt und kostengünstig aufbauen und unterhalten läßt. Die Website der Metaller ist unter der Adresse "www.bloodyrain.de.cx" im Netz zu finden und sieht äußerst gefällig und grafisch perfekt aus. Darüber hinaus ist sie informativ. "Die Seite sollte eine einheitliche Gestaltung haben", erklärt Alexander, der sein früheres Hobby zum Beruf gemacht hat. "Farben sollten beibehalten und das Logo so oft wie möglich verwendet werden". Das ist leichter gesagt als getan - für jemanden, der noch nie etwas von "html", der Programmiersprache fürs Internet, gehört hat. "Html" ist die Basis für jede Art von Webdesign, glücklicherweise gibt es da aber auch Grafikprogramme wie Frontpage oder den Netscape-Composer, die den Anfängern den Einstieg erleichtern und ein designtes Layout in die entsprechende "html"-Form übersetzen. "Die Programme arbeiten ähnlich wie Textverarbeitungen. Man sieht direkt auf dem Bildschirm, wie es später aussieht", verdeutlicht Alexander, hier heißt es: "Learning by doing". Trotzdem sind irgendwann einige Grundkenntnisse im Programmieren erforderlich, und hier hilft die Einführung "self-html", die es auf Seiten wie "www.kostenlos.de" oder "www.download.de" zum Downloaden gratis gibt. Auf diesen beiden Webseiten sollte auch der Werbung Beachtung geschenkt werden, die bei verschiedenen Service-Agenturen die sogenannten Domain-Adressen im Stil von "www.?.de.cx" aufgrund der "cx"-Kennung am Ende der Domain kostenlos anbieten. Aber auch Adressen wie "www.?.de" sind bereits für kleines Geld zu haben und sehen nicht nur graziöser aus, sondern sind auch einprägsamer. Die Miete einer solchen Adresse, ob Domain mit oder ohne "cx", geschieht dann einfach über das Internet. Jetzt fehlt noch der Speicherplatz, den es ebenfalls kostenlos im Netz zu bekommen gibt. Was stelle ich überhaupt ins Internet, sollte die erste Frage sein, die sich ein frischer Online-Redakteur zu Beginn seines Schaffens ins Gedächtnis rufen sollte, so Alexander. Für eine Band kann alles von Bedeutung sein, angefangen bei den Rubriken "Bandgeschichte", "Tourdaten", "Die einzelnen Musiker", "Die Musik" und "Kontakt" bis hin zu den legendären "mp3"-Files, Videosequenzen, einem Gästebuch und sogar einem eigenen Chat. Hier hilft auch der Blick auf die Page von "Bloody Rain", die bereits eine Menge Internet-Awards für Inhalt und Design erhalten. Mitbringen solltet ihr beim Bauen und Verwalten der Internetseite auf jeden Fall viel Zeit: "In unsere Seite habe ich bis heute rund 250 Stunden Arbeit investiert", berichtet Alexander. Bevor das layoutete Gesamtwerk ins Netz gestellt werden kann, müßt ihr euch noch einen FTP-Commander besorgen, mit dem ihr Eure Daten auf den Server laden könnt, der diese dann im Internet zur Verfügung stellt. Ein gutes Programm sei hier "WSFTP", betont Alexander. "Das gesamte Konzept, die Programmierung sowie die Navigation sollten dann aber auch stimmig sein", betont der internetbegeisterte Layoutdesigner und Musiker.
   Um genügend Hits pro Tag zählen zu können - hierfür gibt es spezielle Counter - sollte die Seite schließlich in die meisten Suchmaschinen eingetragen werden. Das ist oft mühseliger, als sie zu entwerfen, doch steigert den Bekanntheitsgrad um so mehr. Weiterhin darf eine monatliche Aktualisierung natürlich nicht fehlen, denn sonst nehmen die Besucherzahlen wieder ab. Bestes Beispiel für eine gelungene Website im Neusser Banddschungel bleibt "www.bloodyrain.de.cx", "www.roar.de" oder "www.muddyground.de" sind ebenfalls einen Besuch wert.   Matthias Mertiens

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NGZ27111999

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